Bierdeckel

Berkatal ist eine Gemeinde in Hessen. Sie liegt an der Berka, die ein Zufluss der Werra ist. Hier gibt es auch einen Teich, in dem Forellen gezüchtet wurden. Daran war ein Restaurant angeschlossen, wo man die Berkatal-Forellen verspeisen konnte. Es gab aber auch die Möglichkeit die Forellen selbst zu angeln und an Ort und Stelle auf dem Steingrill zubereitet und gegessen werden. Wie überall üblich waren auch in diesem Restaurant Bierdeckel zu finden.

Doch was sollte auf diese Untersetzer für Werbung sein? Was sollte man aufdrucken? Natürlich Details über Fische. Auf der einen Seite kann das Bild des Tieres abgebildet sein, während auf der Rückseite Details zu der Fischart stehen. Man kann diese Bierdeckel dann sammeln und hat so ein kleines Fischlexikon. Doch man kann auf diese Untersetzer nicht nur Speisefische abbilden sondern auch bedrohte Fischarten, wie den Alaska Seelachs, den Steinbeißer, den Kabeljau, den Rotbarsch, die Makrele, die Shrimps und andere Fische. Damit kann man die Kunden für den Tier- und Umweltschutz sensibilisieren. So lassen sich aber auch Rezepte für Fischgerichte auf einen Bierglasuntersetzer schreiben.

Doch wie werden die Bilder und Texte auf den Untersetzer aufgedruckt? Man verwendet dazu den 6-Farben-Offsetdruck. Die Glasuntersetzer werden für die verschiedensten Aufgaben zweckentfremdet. Die kurioseste Idee für die Verwendung dieses Untersetzer kam von einem Politiker. 2003 und 2004 fanden in Deutschland in einigen Bundesländern Landtagswahlen und Kommunalwahlen beziehungsweise Bürgerschaftswahlen statt. So war das Jahr 2003 von Wahlkämpfen geprägt. Ein Thema war die Reformierung der Steuererklärung. Einer dieser Politiker wollte diese soweit verkürzen, das die Erklärung für die Steuer auf einen Bierdeckel passt. Dies wurde unter dem Schlagwort „Bierdeckelsteuer“ bekannt.

Aber dies hat sich glücklicherweise nicht durchgesetzt. So kann der Glasuntersetzer weiter seinem ursprünglichen Zweck dienen. Doch auch hier gibt es Leute, die die unterschiedlichsten Bierteller sammeln. Dabei gilt wie bei so vielen Dingen je älter und seltener und am besten erhalten um so teurer sind sie. Aber nicht nur deutsche Bierglasuntersetzer werden gesammelt sondern auch aus anderen Ländern. Auch solche die als Ansichtskarte zweckentfremdet wurden. Um diese Bierfilze richtig aufzubewahren gibt es auch dafür ein Album, das Bierdeckelalbum des Internationalen Brauereikultur-Verband Stuttgart e. V. Die Preise, die bei Auktionen erzielt werden reichen von wenigen Euro bis zu 800,00 Euro. So gibt es Personen die über 30400 Bierfilze aus über 170 Ländern gesammelt haben. Diese werden dann auf speziellen Börsen oder aber auch bei Ebay zum Verkauf angeboten.